Die Perser

In diesem Wintersemester besuche in an dem Institut für Sozialwissenschaften die Vorlesung Theorie und Geschichte des Krieges. Hier werden theoretische Konzeptionen im geschichtlichen Abriß vorgestellt und erläutert.
Dem Thema des Krieges kann man sich aber auf sehr unterschiedliche Weise nähern. Ganze Bibliotheken wurden mit Werken der Prosa, Lyrik und Dramatik gefüllt. Die Künstler haben versucht das Grauen des Krieges abzubilden und die Musiker haben das mannigfaltige Leid besungen. Das Deutsche Theater hat zu diesem Thema in der aktuellen Spielzeit auch etwas zu bieten. Es wird das Stück ‘Die Perser’ von Aischylos , unter der Regie von Dimiter Gotscheff , aufgeführt.

In dem Stück ‘Die Perser’ wird der Moment beschrieben, in dem die Heimat die Nachricht von der Niederlage der Perser gegen die Griechen durch einen Boten mitgeteilt bekommt. Die Verarbeitung dieser Botschaft, durch Gefühle der Trauer, der Ohnmacht und der Wut ist Hauptbestandteil des Stückes.
Den Stärksten Moment bietet der Anfang. Die Bühne ist hell erleuchtet, in deren Mitte eine riesige bewegliche Mauer steht. Zwei Männer treten auf. Nun beginnt ein pantomimisches Spiel. Zwei Staatsmänner beim obligatorischen Hände schütteln. Gezwungenes Lachen. Danach treten die beiden wieder, jeder in seine Hälfte, zurück an die Mauer. Ein Versehen führt zu eine Grenzverletzung. Daraus entwickelt sich eine Situation, wo beide nicht mehr agieren können, sondern nur noch reagieren. Hier ist schon ersichtlich das eine Partei diese Kampf nicht überleben wird.
Nach dieser anfänglichen Szene, wird in Rückblenden erzählt, wie es zu dem Kampf zwischen den Griechen und den Persern gekommen ist und warum die Perser ihn verloren haben. Der Krieg wird keineswegs als heroische Tat dargestellt, sondern vor allem als etwas das viel Leid und viele Opfer mit sich bringt.
Am Ende des Stückes kommt es meiner Ansicht zu einer weiteren sehr starken Szene. Xerxes der Anführer kehrt aus der verlorenen Schlacht heim. Zum Ende seines Berichts beklagt er lautstark das Leid das über sein Volk gekommen ist. Nur aus diesen Klagelauten kann etwas neues beginnen. Nur durch die Trauer sind die Perser in der Lage das Geschehene zu verarbeiten.
Nach anderthalb Stunden wurden wir mit den Worten „Geht jetzt.“ und dem mahnenden Beiwort „Leise“ aus dem Theater hinauskomplimentiert. Die laute, wilde Trauer war vorbei. Nun sollten wir bei der leisen, gedankenvollen Trauer nicht mehr stören.

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