Hostel

Ich gebe zu, großes Kino habe ich nicht erwartet. Einfach etwas Unterhaltung nach einem langen Arbeitstag. Doch was ich dann bei dem Film ‘Hostel‘ erlebte, hat mich aus diversen Gründen länger beschäftigt als mir lieb war. Selten habe ich einen langweiligeren Film gesehen, der so intensiv mit den menschlichen Urinstinkten der Angst und des Voyeurismus gespielt hat. Dabei werden alle nur erdenklichen Vorurteile bedient, um eine doch sehr krude Story zusammenzuschustern. Den Inhalt des Films möchte ich hier nicht wiedergeben(dafür siehe Wikipedia), sondern einfach ein paar meiner Gedanken zu diesem Film wiedergeben.
Die sich im Hirn festhakenden Vorurteile, sind das fatalste an diesem Film. Die Slowenen werden allesamt als brutale, dumpfe geldgierige Kriminelle dargestellt. Hier greift das gleiche Prinzip wie bei dem Film ‘Wag the dog’. Auch hier wird als Ort der Handlung ein Land gewählt, das wahrscheinlich noch nie ein Amerikaner gesehen hat. Ein realer Ort wird als ein Niemandsland benutzt in dem alle Ängste und Vorurteile projiziert werden können. Das es diesen Ort in der Realität tatsächlich gibt ist vollkommen uninteressant. Die Menschen werden einzig allein für die ‘Vorstellung’ von etwas benutzt. Dies allein ist noch nicht mal so schlimm. Erschreckend ist viel­mehr, das alle vorkommenden Charaktere strikt eindimensional sind. Der Regisseur (Eli Roth)beschränkt sich einzig darauf die Folterszenen aneinanderzureihen. Dies geschieht ohne eine wahre Hinterfragung der Gründe.
Hier bin ich an einem weiteren Punkt angekommen. Die Folterszenen sind genauso eindimensional aufgezogen wie der ganze Film. Es wird sich einzig darauf beschränkt, mit dem Holzhammer zuzu­schlagen. Die Subtilität ist vollkommen verloren gegangen. Die Charaktere hatten Anlagen, aus denen man bessere und erschreckendere Szenen hätte machen können. Doch dies wurde alles in zuviel Blut ertränkt.
Mein Fazit ist, es gibt halt immer noch keine bessere Folterszene als in dem Film ‘Der Marathon-Mann‘ (Danach wollte ich erst mal nicht mehr zum Zahnarzt). Über eine Handlung verfügt dieser Thriller dagegen auch noch. Wer sich 60 Minuten Langeweile, gepaart mit ein Paar ekligen Szenen in denen Menschen zersägt, erschlagen, erschossen, vom Auto überfahren, mit dem Schneidbrenner zerschnitten und sonst wie kaputt gemacht werden, soll sich diesen Film anschauen.

PS Hier hilft auch der Quentin Tarantino als Produzent nicht mehr (Sorry!!!)

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