Gestern abend habe ich mal wieder festgestellt was das schöne an einem Buch ist. Wenn es einem nicht gefällt, kann man es ganz einfach zuklappen und weglegen. Niemand muss sich durch die Seiten quälen und dabei immer schauen wie lang das Kapitel bzw. wieviele Seiten noch vor einem liegen. Es gibt so viele schöne, spannende, unterhaltsame, lustige, intelligente,(…) Bücher. Für diese ist die Zeit schon knapp. Da möchte ich meine Zeit nicht an schlechte Geschichten verschwenden. Das Buch ‘Schattenflucht’ von Richard Powers gehört definitiv in die Kategorie ‘Verschwendung von Zeit’.
Das Buch ‘Das Echo der Erinnerung’, wurde an dieser Stelle schon besprochen, hat mich schon sehr zwiespältig zurückgelassen. Aus diesem Grunde wollte ich mir ein früheres Werk von Richard Powers anschauen, um meine Eindrücke zu verifizieren. Es wurde alles noch viel schlimmer. Obwohl sich die Grundkonstellation in ‘Schattenflucht’ sehr interessant angehört hat.
In dem Buch werden zwei Hauptpersonen charakterisiert. Zum einen geht es um eine Künstlerin, die an einem Computerprojekt arbeitet, um künstliche Welten zu erschaffen. Zum anderen geht es um einen Lehrer der im Libanon gefangen genommen wird und jahrelang in einer Höhle eingesperrt wird. Auch er schafft sich mithilfe seiner Vorstellungskraft eine künstliche Welt.
Die Themen Fiktion, Vorstellung, Wünsche und Träume werden in vielen Varianten aufgenommen. Doch anstelle Charaktere zu beschreiben, bedient Powers nur platte Vorurteile. Die Menschen aus der Computerbranche werden alle als kommunikationsunfähige Nerds dargestellt. Darüber ließe sich ja noch hinweg sehen, wenn das Buch nicht in einem sehr hölzernen Stil geschrieben (übersetzt?) worden wäre. Die Seiten und Kapitel ziehen sich hin wie Gummi und meine Augenlider zog es unweigerlich nach unten.
Die hälfte habe ich geschafft. Dann musste ich die Segel streichen. Wie gesagt es gibt auch noch andere Bücher…