In letzter Zeit habe ich mich sehr theoretisch mit dem Thema Comics beschäftigt. Es war also mal wieder an der Zeit ein wenig zu schmökern. Was sollte da besser sein als Frank Millers Comicreihe ‘Sin City’. Mit den Geschichten ‘A Dame To Kill For’ und ‘The Big Fat Kill’ habe ich mich auf die Couch gefläzt.
Die Nacht ist heiß in Sin City. Die Menschen geben sich ihren Begierden und Wünschen hin. Eine Welt voller Abgründe der Leidenschaft taucht vor mir auf. Einige wenige kraftvolle Bilder braucht Frank Miller nur, um mich in eine Welt voller Sex und Gewalt zu ziehen. Eine tiefe Melancholie umgibt die Menschen hier. Alle Personen werden von einer inneren Unruhe in eine Zukunft getrieben, die sie doch nie erreichen werden. Doch Hoffnungslosigkeit ist hier fehl am Platz. Die Personen zeichnen sich durch einen wilden Drang nach Freiheit und innerem Frieden aus. Doch der Weg dorthin ist oftmals sehr blutig. Vor allem nicht alle erreichen ihr Ziel.
Die Menschen der Nacht und die Menschen des Tages kommen aus zwei parallelen Welten, zwischen denen es kaum Berührungspunkte gibt. Am Tage ist alles wohl geordnet. Die Menschen gehen ihrer geregelten Tagwerk nach. Doch in der Nacht wird alles anders. Hier erst kommt die wilde Seite des Lebens zum Vorschein. In diesen beiden Welten bietet Sin City viele Unterschlupfmöglichkeiten. Doch die spannenden Charaktere sind immer die Grenzgänger. Diejenigen die zwischen den Welten leben. Diese Figuren gelingen Frank Miller am besten. In schönen und erschreckenden Zeichnungen werden ihre Seelenqualen deutlich.
Das schöne an den Büchern ist, das ich ein paar Stunden lang in eine andere Welt eintauchen kann. Eine Welt die mir vollkommen fremd ist, mich aber auch gleichermaßen fasziniert. Für einen Tag- Menschen wie mich, wird Sin City meine Nacht…