Dear Wendy

Wenn Thomas Vinterberg ein Drehbuch von Lars von Trier verfilmt, kann dabei eigentlich nur ein Film entstehen, der sich allen Genre Einteilungen widersetzt. Mit ‘Dear Wendy‘ ist eine Mischung aus Neo-Western und Drama entstanden.
Immer wenn ich einen Film sehe, in dem irgendwie Lars von Trier involviert war, habe ich das Gefühl Zeuge eines Gedankenexperiments zu sein. Die Untersuchungsanorndung wird präsentiert. Die teilnehmenden Personen werden in das bestehende Szenario eingesetzt. Dann wird der Versuch gestartet. Was passiert wenn sich kleine Details an der Grundkonstellation ändern? Wie reagieren die einzelnen Charaktere auf diese Wechsel?
In dem Film Dear Wendy sind die Pistolen die entscheidende Veränderung. Mit auftauchen der Waffen ändert sich das gesamte Verhalten der Gruppe. Ihre verschlossene, einsame Art wird selbstbewußt. Dies zeigt sich stark in den schauspielerischen Leistungen der Darsteller. Anfangs sind die Blicke oftmals auf den Boden gerichtet oder gehen ins Leere. Die Veränderung die durch die Waffen bewirkt wird ist sehr deutlich. Der scheue Blick weicht einem kraftvollen Augenkontakt. Die Körpersprache wird selbstbewußter. Die Schauspieler sind das wirklich faszinierende an diesem Film.
Die Entwicklung des Experiments beschleunigt sich zunehmend. Zunehmend bekommt die Geschichte einen fatalistischen Zug. Wie kleine Laborraten bewegen sich die Charaktere auf ihr Ende zu. Kleine Änderungen an der Ausgangssituation bringen extreme Folgen mit sich. Am Ende kommt es zu einem sehenswerten Neo-Western shoot out.
Das interessante an diesen Experimenten von Lars von Trier ist, das sie einen noch lange verfolgen. In Gedanken gehen die Versuche immer weiter.

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