Taz-Akademie

In der letzten Woche war ich das erste mal bei einem Treffen der Taz-Akademie. Bei diesen Veranstaltungen werden Volontäre und Praktikanten in die Geheimnisse des Zeitungsgeschäfts und die Besonderheiten der Taz eingeführt. Hierbei sollen vor allem Fähigkeiten des journalistischen Handwerks vermittelt werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem recherchieren, dem redigieren von Texten und anderen Darstellungsformen, der Erläuterung von Interviewtechniken. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen wie die einzelnen Ressorts Themen finden, bewerten und dann die Inhalte gestalten.

Am Donnerstag haben wir uns mit der Leiterin des Ressorts Reise Edith Kresta getroffen, um mit ihr über das Thema ‘Kritischer Reisejournalismus – geht das?’ zu sprechen. Hierbei haben wir verstärkt über die Verstrickungen des Journalismus mit den Reiseveranstaltern diskutiert. Die unterschiedlichen Interessen kollidieren oftmals stark miteinander. Die Reiselobby legt meist großen Wert auf eine positive Berichterstattung. Die Journalisten, die ihre Auslagen meist von den Zeitungsverlagen nicht bezahlt bekommen, möchten möglichst kritisch über die absolvierten Reisen berichten. Meist sind sie aber darauf angewiesen von den Reiseveranstaltern eingeladen zu werden. Kleine Regionalzeitungen können sich da einen Konflikt oft nicht leisten und berichten daher oft sehr unkritisch über Land und Leute. Kein positiver Bericht, keine Einladung mehr. Es gibt nur wenige Zeitungen, die sich aufgrund ihrer Größe eine gewisse Unabhängigkeit bewahren können.

Zum Schluss sprachen wir mit Frau Kresta noch über die Arbeitsbedingungen von Reisejournalisten. Oftmals sind in diesem Bereich ‘freie Mitarbeiter’ tätig, die auf gute Kontakte in die einzelnen Redaktionen angewiesen sind. Einen Einstieg in dieses Metier findet man am besten, wenn man einen Text verfasst und diesen dann Redaktionen zum Abdruck anbietet. Mit Ausdauer und Verlässlichkeit bekommt man dann vielleicht irgendwo einen Fuß in die Tür.

Als Klassiker des Reisejournalismus möchte ich Euch die Werke von ‘Bruce Chatwin‘ empfehlen. Vielleicht schaue ich die Tage ja selbst in eines seiner Bücher hinein und werde dann an dieser Stelle darüber berichten.

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