Glasgow in Berlin

Nicht gerade tagesaktuell, aber immerhin, komme ich nun zur Champions League Berichterstattung der letzten Woche. Als Fan des Fußballs von der britischen Insel wollte ich zwei Dinge miteinander verbinden, den Wunsch guten Fußball anzuschauen und ein gepflegtes Stout zu trinken. Also entschied ich mich dazu in einen irischen Pub in Kreuzberg zu gehen. Dort wurde die Begegnung AC Mailand gegen Celtic Glasgow gezeigt.

Dickbäuchige Fußball Fans lassen sich in Berlin eigentlich überall bewundern. Der Anblick der sich mir in der kleinen, verauchten Kneipe bot, wurde aber bei weitem übertroffen. Die Glasgower Meute bestand zum Größten Teil aus fetten, ekligen Kerlen, die zum Anpfiff schon so betrunken waren, das sie jeden Augeblick umzufallen drohten. Jedesmal wenn einer der schmerbäuchigen Kerle aufsprang, um ein Fanlied runterzugröhlen, hatten alle umstehenden Angst, das der besoffene erst schwankt und dann auf einen drauffällt. Es ist bestimmt kein schönes Gefühl unter einem 150 Kilo Schotten zu liegen der „We are Celtic Supporters“ singt.

So weit so gut. Das Spiel war ziemlich langweilig. Die Stimmung wurde immer aggressiver. Die ersten fingen an ernsthaft zu randalieren. Bilderrahmen wurden von der Wand gerissen. Zufällig auf dem Bildschirm auftauchende Weibliche Zuschauer wurden generell als ‘blöde hässliche Fotzen’ beschimpft, woraufhin der Fernseher mit Chips und Untersetzern beschmissen wurde. Bei dem herben Glasgower Akzent habe ich zum Glück nur die Hälfte verstanden.

Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als ein berechtigter Elfmeter für Celtic nicht gepfiffen wurde. Das Geschrei und Gebrüll war Ohrenbetäubend. Hielt aber zum Glück nicht lange an. Die Alkoholzufuhr durfte nämlich nicht unterbrochen werden. Der Schnaps floss schnell wieder in Strömen in die geöffneten Münder. Am Ende kam es wie es kommen musste. Celtic hat recht kläglich verloren. Da zeigten die wilden Kerle ihr weiches Herz und weinten ein paar Tränen. Aber dann ging es gleich wieder weiter. Slainte Mhath!

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