Die Physiker

Wer sich viele unterschiedliche Inszenierungen von Theaterstücken anschaut, bekommt leider auch viel verrücktes Zeug zu sehen. Es wurde kein beschaulicher Klassikerabend im Deutschen Theater. Auch wenn das ‘Die Physiker‘ von Friedrich Dürrenmatt eher vermuten ließen.
Beim ersten Blick auf die Bühne, denke ich nur „Scheiße, ich habe mich im Deutschen Theater verlaufen, sitze nun im falschen Saal und schaue mir das falsche Stück an!“. Die Dekorationen ist schlecht von der Serie ‘Raumpatrouille Orion’ geklaut. Alles in schön schrill bunten Farben angemalt.
Im Vordergrund kann kann ich das Irrenhaus sehen. Es liegt nicht in einer Villa, sondern in einer unterirdischen Bunkeranlage(!). Im Hintergrund liegt die malerische Schweizer Bergwelt. Bunte Blumen blühen auf saftig grünem Rasen. Eine Kuh träumt im Gras. Irgendwer wird sich schon was dabei gedacht haben, das auch unter der Erde Gras wächst und Blumen blühen. Ich werde mal nicht so kleinlich sein. Spielt wahrscheinlich eh irgendwo in der Zukunft.
Der Aufbau ist aber so verwirrend, das er von dem Stück doch sehr stark ablenkt. Überall blinkt, rattert, knattert und raucht es. Die Physiker kommen mit schaukelnden Fahrstühlen aus dem Boden gefahren, oder verschwinden plötzlich wieder darin. Auf einer riesigen Projektionsfläche für Videoinstallationen laufen Filme ohne inhaltlichen Bezug ab.
Das ganze macht keinen Sinn, ließe sich aber noch ertragen. Am schlimmsten sind aber die Pop Art Requisiten, die durch das ganze Stück fliegen. Warum sitzen die Schauspieler auf Plastikstühlen mit Kuhfleckenmuster? Was soll dieser ganze Unsinn? Vor allem wenn es nichts mit dem Stück zu tun hat.
Am Ende bleibt dann nur die Frage: Hat’s auch eine Geschichte gegeben? Ja, hat es. Die ist in dem ganzen Klimbim aber komplett untergegangen. Leider.


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