Am Limit

Vorgestern bin ich seit ewigen Zeiten mal wieder im Kino gewesen. Es gibt Filme die muss man sich auf der großen Leinwand anschauen. ‘Am Limit‘ gehört definitiv dazu. In dieser Dokumentation geht es um die ‘Huberbuam‘, eine der besten und schnellsten Seilschaften im Extremklettern, wie sie versuchen den Speed-Rekord an der ‘Nose’ (Granitwand des El Capitan) im Yosemite Nationalpark zu brechen.
Bei allen Tätigkeiten die in einen zenartigen Gemütszustand und einem Gleichklang mit der Natur münden, lässt es sich kaum umgehen das man auf einen Haufen ‘Spinner’ trifft. Diesen Begriff gebrauche ich hier nicht unbedingt in einem negativen Sinne. Viel mehr meine ich damit einen Typ Mensch, der für sich einen anderen Weg zu leben gefunden hat. Das finde ich sehr bewundernswert. Problematisch wird es nur wenn mit diesem ‘eigenen’ Lebensweg eine Heilsbotschaft einhergeht, die nicht auf jeden unisono zu übertragen ist.
Hier war es doch beruhigend das die Huberbuam in diesem Film streckenweise ein wenig dröge rüberkamen. Ich konnte zwei jungen Männern bei er Arbeit, dem Extrem Bergsteigen zuschauen. Es ist ihr tägliches Brot sozusagen, ihre Art des Geld verdienens. Mehr als dies aber auch nicht. Dadurch wurden die Lebensweisheiten zum Glück auch etwas knapper gehalten. Diesen Part übernahmen zwei amerikanische Bergsteiger, Dean S. Potter und Chongo, die über die Möglichkeiten und die Notwendigkeit seinen Traum zu leben philosophierten.
In dem Rest des Films ging es um das Bergsteigen. In sehr schönen Bildern wird geschildert, wie die beiden Brüder versuchen den Speed-Rekord an der Nose zu brechen. Geübte Seilschaften brauchen für diese Strecke 2-3 Tage. Der Weltrekord für diese Strecke liegt bei 2 Stunden und 48 Minuten. Der Film handelt aber nicht nur vom Klettern, sondern auch von der schwierigen Beziehung eines höchst unterschiedlichen Brüderpaares. Verpasste Träume spielen hier eine Rolle, so wie ein manchmal enttäuschtes Ego.
Die Gefahr ist bei diesen Unternehmungen allgegenwärtig. Durch zwei schwere, aber glimpflich ausgegangene Unfälle konnten die Huberbuam den Rekord nicht einstellen. Aber sie werden es immer wieder probieren. Bis sie den für sich schnellsten Weg gefunden habe.

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