Die Umsetzung eines dramatischen Stücks auf einer Theaterbühne ist kein einfaches Unterfangen. Die Dialoge müssen in geeigneten Bildern umgesetzt, der Text eventuell gekürzt werden. All dies erfordert viele, grundsätzliche Entscheidungen von einem Regisseur. Erheblich schwieriger wird diese Aufgabe, wenn es sich um kein Drama, sondern um eine Novelle handelt. Das Theater Konstanz gastierte mit einer Fassung von Günter Grass’ Geschichte ‘Katz und Maus‘ am Maxim Gorki Theater.
Die Lebensgeschichte von Joachim Mahlke wird aus der Perspektive des alten Pilenz erzählt. Dies ist auch das größte Manko an der ganzen Aufführung. Anekdotenhaft trägt der Schauspieler Ereignisse und Begebenheiten aus dem Leben Mahlkes vor, die von vier weiteren Schauspielern, in wechselnden Rollen illustriert werden. Das ist auf die Dauer etwas ermüdend. Ein immer gleiches Schema wiederholt sich. Der Erzähler trägt eine Geschichte aus dem Leben Mahlkes vor, die Schauspieler spielen dann eine kurze Szene dazu. Diese Art der Darstellung hätte etwas abwechslungsreicher gestaltet werden können. Ein paar Brüche in der Struktur wären ganz gut gewesen.
Eine andere große Schwäche dieses Stücks ist die Anlage der Figur Mahlke. Wie ein lernbehinderter stolpert und stottert der Schauspieler sich durch den Text. Dadurch wird der ganze Charakter unglaubwürdig, die spätere Verwandlung wirkt aufgesetzt lächerlich. Es ist erstaunlich das in dem Stück oft nicht der richtige Ton getroffen wird. Mal zu grobschlächtig, dann zu infantil, oder einfach nur banal geht die Tragik der Personen verloren. Dies mag aber der anfangs erwähnten Schwierigkeit geschuldet sein, das erst ein dramatischer Stoff geschaffen werden musste.
Meine Einschätzung des Stücks hört sich jetzt sehr negativ an. Dem ist aber nicht so. Auch wenn es viele Kritikpunkte gibt, war es schön die Figuren aus ‘Katz und Maus’ auf einer Theaterbühne zu sehen. Vor allem über Tulla Pokriefke kann ich immer wieder herzlich lachen.