Mein Vormittag in Hohenschönhausen

In Anlehnung an den Weblog Eintrag (Prekariat ist nicht nur ein Wort), den ich vor ein paar Tagen gelesen habe, kann ich ein paar Gedanken beisteuern. Weil meine Freunde und ich eine Werkstatt zur Holzbearbeitung brauchten, sind wir heute in einem Nachbarschaftstreff in Hohenschönhausen gewesen.

Ich muss zugeben, ich war das erste Mal in einer ‘Platte’, doch der weite Blick, den man dort hat, war wirklich beeindruckend. Die Häuser stehen nicht so eng sondern viel luftiger; so viel Himmel habe ich in Berlin selten gesehen.

Doch dieser schöne Auftakt wurde sehr schnell getrübt, als wir die Räume des Nachbarschaftstreffs betraten. Es herrschte eine trübe, graue, bedrückende Atmosphäre. Der Grund dafür kam uns dann auch schon flotten Schrittes entgegen: eine Mitfünfzigerin, bekleidet in einer braunen Kunstlederjacke. Die Frau kontrollierte den ganzen Laden, wusste natürlich alles besser und war so ein richtiger Blockwart-Pain-In-The-Arse. Anyway… wir wollten eh nur etwas werkeln und dachten, die ‘Alte’ verschwindet wieder, wenn wir anfangen zu arbeiten. Bis auf einige ungefragte Ratschläge, haben wir die Frau dann auch nicht mehr wiedergesehen. Zum Glück! Dafür tauchte nach einer halben Stunde ein anderer unfreundlicher Zeitgenosse auf: Marke Suffkopp im Blaumann, der barsch nach unserer ‘Aufenthaltsgenehmigung’ verlangte, fragte, wer uns denn in die heiligen Hallen gelassen hatte. Da wir zufriedenstellend Auskunft geben konnte, entschied sich unser Gegenüber, den Totschläger in der Tasche zu lassen. Glück gehabt!!

Nach zwei Stunden haben wir wegen fehlendem Werkzeug die Arbeit eingestellt. Am Wochenende wird weitergemacht, aber definitiv an einem anderen Ort…

Eine Antwort schreiben