How do you organize your Friends?

Im Rahmen des 7. Internationalen Literaturfestivals, fand am 08.09.2007 im Berliner Bücherkeller eine Diskussion zwischen Paul Holdengräber (Director of The New York Public Library’s Public Program Series) und dem Schriftsteller Allen Kurzweil (Die Leidenschaften eines Bibliothekars) statt. Der eine besitzt eine tiefe Leidenschaft für Bibliotheken, der andere nicht, da er in einer arbeitet.
Das Wort ‘Passion’ beinhaltet viele positive Konnotationen: Leidenschaft, leidenschaftliche Hingabe, Vorliebe, Liebhaberei. Doch jeder, der einmal solch eine Hingabe an eine Person, einen Gegenstand oder eine Tätigkeit geknüpft hat weiß, dass Gier und Angst unmittelbar dazugehören.
Eine Passion für Bücher bildet hier keine Ausnahme. Die Lust auf mehr, kann sich bei Bibliophilen ins Unermessliche steigern. Bibliomane Personen müssen Bücher sammeln, obwohl sie gar scheinbar keinen Nutzen aus ihnen ziehen können. Dies führt dann zu gigantischen Sammlungen, die niemand mehr überblicken kann. Aus der Gier alles besitzen zu wollen und der Furcht, niemals alles besitzen zu können, erwächst dann die nächste Angst, namens Veränderung. Jeder, der schon einmal mit einer, wenn auch kleinen, Privatbibliothek umgezogen ist, weiß welche Mühen damit verbunden sind. Jeder Umzug führt zweifellos zu Beschädigungen, Zerstörung gewachsener Anordnungen, wenn nicht gar zum Verlust einzelner Bücher. Die positiven und die negativen Bedeutungen des Worts Passion bildeten die Themen des Gesprächs zwischen Holdengräber und Kurzweil.
Die Abschweifung (digression) war das zentrale Wort des Abends. Wie findet man etwas, wonach man nicht gesucht hat? Die beiden Gesprächspartner führten die Zuhörer geschickt auf kleinen Anekdotenpfaden, durch ihre Passion für Bücher. Viele kleine Themen wurden angeschnitten. Aber immer ging es um die Leidenschaft für Bücher. Wie sammelt und organisiert man eine Privatbibliothek? Wie zieht man mit ihr um? Wie sah die Privatbibliothek von Italo Calvino aus? In wieviel hundert Büchern hat Allen Ginsberg recherchiert, um einen neun Seiten langen Essay zu schreiben? Diese und andere Fragen wurden humorvoll und immer kompetent besprochen.
Am Ende des Abends zitiert Holdengräber einen afrikanischen Aphorismus, der mir im Gedächtnis geblieben ist:

„When an old man dies, a whole Library disapears with him.“

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