Ich verrate Euch jetzt mal ein Geheimnis. Ihr wollt es wahrscheinlich gar nicht wissen. Mein Mitteilungsbedürfnis zwingt mich aber es Euch trotzdem zu sagen. Ich putze. Mittlerweile bin ich darin sogar richtig gut, zumindest obsessiv. In meinen Schränken habe ich für alle auftretenden Eventualitäten das passende Mittelchen parat. Mittlerweile kann ich von mir behaupten das es putztechnisch kaum ein Problem gibt, dem ich nicht gewachsen bin. Eine angenehme Nebenerscheinung meiner neuen Freizeitbeschäftigung ist, meine Kenntnisse über die aktuellen Hörspiele. Heute gab es einen schönen Kriminalfall von Fred Vargas: Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord.
Vor meinem Fenster geht ein sanfter Regen nieder. Ich stehe in meiner Küche und bin gerade dabei meinen Kühlschrank auszuwischen. Gerade wurde die erste Leiche entdeckt. Das gleichmäßige Rauschen des Regens, die Geräusche der Autos die durch Pfützen fahren, das trübe Licht, all das passt zu der Stimmung, die von Fred Vargas aufgebaut wird. In gut aufeinander abgestimmten Dialogen wird eine interessante Geschichte zusammengesetzt. Liebenswürdige skurrile Charaktere, die sich alle um den merkwürdig gebrochen wirkenden Kommissar Adamsberg drehen, bevölkern Paris. Die erste heiße Spur wird gerade verfolgt, da bemerke ich das ich anstelle des Putztuchs meine Kaffeetasse in der Hand halte und verträumt aus dem Fenster schaue. Ein heißer Tipp für alle die Hörspiele als ‘Geräuschhintergrund’ gebrauchen: dieser Fred Vargas Krimi ist dafür nicht zu gebrauchen. Es ist eine gute Unterhaltung für trübe, verregnete Tage, an denen man seine Gedanken ein wenig auf Reisen schicken möchte.
Dieser Krimi ist in der dreiteiligen Krimihörspiel-Box ‘Tödliche Poesie’ von Fred Vargas erschienen. Über die zwei noch ausstehenden Geschichten werde ich noch berichtigen…