Lost in Translation
Es gibt Ereignisse im Leben über die sollte man nur berichten, wenn seitdem schon eine gewisse Zeit verstrichen ist. Jetzt am Samstag Abend ist mir so etwas passiert. Ich hatte keine Lust in meinem Buch zu lesen, das TV-Programm gab auch nichts ordentliches her, also habe ich mir einen Film aus meiner spärlichen DVD Sammlung gekramt. Meine Wahl fiel auf ‘Lost in Translation‘ von Sofia Coppola.
Gleich zu Beginn des Films fährt der alternde Schauspieler Bob Harris an einer Suntory Whiskey Reklame vorbei. Dies erinnerte mich daran, das sich noch eine Flasche Maker’s Mark in meinem Spirituosenschränkchen befand. Einen Film über Whiskey kann man doch wirklich nur genießen, wenn man sich dazu einen edlen Tropfen genehmigt. Also Glas gefüllt und auf sich selbst angestoßen. Kampai. Die melancholische Geschichte, der Whiskey trinkende Hauptdarsteller, der Drang sich selbst zuzuprosten, all das sind gute gute Gründe das einmal ausgetrunkene Glas nie lange leer zu lassen. Desto betrunkener ich wurde desto besser konnte ich den Film verstehen. Nein, das ist das falsche Wort. Je mehr mein Verstand ausgeschaltet wurde, desto besser konnte ich mich in den Film einfühlen. Ich sitze in einer einsamen, dunklen Wohnung und schaue in eine genau so einsame Welt. Die Beziehungen der Menschen untereinander sind oberflächlich; Ehen bestehen eigentlich nur aus rituellen Handlungen. Dabei ist der Mensch zu tiefen, ehrlichen Gefühlen und darauf basierenden Freundschaften fähig. Dies zeigt einem dieser Film. Dabei wird er aber nie kitschig oder schlimmer schmalzig, sondern zeigt einfach Menschen die versuchen in ihrem Leben glücklich zu werden.
Am Ende des Films habe ich noch mal mein Glas erhoben – Kampai; Auf Freundschaft und die wahre Liebe. Was sagt man nicht alles sagt, wenn man betrunken ist.