Regenwald

Für einen Moment scheint die Welt aus den Fugen zu geraten. Der Boden schwankt, bewegt sich unter meinen Füßen, die keinen festen Halt mehr finden wollen. Der ehemals trockene Grund wird zu einer feuchten, glitschigen Falle. Alles ist in Bewegung. Die Blätter, die Äste, die ganzen Bäume, schwanken, bäumen sich auf unter der Regenlast, die vom Himmel fällt. Riesige Tropfen schlagen auf die Blätter, rinnen in dicken Strahlen auf den Boden, um sich dort in riesigen Pfützen zu vereinen. Unterschlupf finde ich hier keinen. Der Natur ausgesetzt hocke ich mich auf den Boden, lasse den Regen über mein Gesicht gleiten, wie eine riesige Hand, die mich sanft streichelt.

Die Wolken sind über den Wald hinweggezogen. Der Schauer lässt nicht nach, er hört einfach auf. Das Wasser von den Blättern tropft erst stark, dann langsam auf den Boden. In den durch die Baumkronen fallenden Sonnenstrahlen, zieht leichter Nebel dahin. Ein Geruch von Sauberkeit, pure Reinheit, steigt auf. Durch das Unterholz sehe ich ein Reh, das mich scheu betrachtet. Nichts ist hier aus den Fugen, dies hier ist das Universum, in seiner kleinsten Form.

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