Deine Kinderschuhe baumeln noch immer an dem Rückspiegel in meinem Auto. Ich erinnere mich noch an den Tag, an dem ich sie dort aufgehängt habe. Etwas von dir sollte mich ständig auf meinen Wegen begleiten. Noch immer kann ich dein Lachen, bei deinem ersten Schritt hören. Deine Stimme war voller Verwunderung, das dem ersten Schritt, noch ein zweiter, ein dritter gefolgt ist. Ich sehe dich an der Tür stehen, du bist auf mich zugelaufen – deine kleinen Hände, die nach meiner großen Hand greifen. Es war ein schönes Gefühl, dich auf die eigenen Füße zu stellen, dich auf dem ersten Meters deines Lebens zu begleiten. Viele Momente des Glücks haben wir zusammen erlebt. Erst konntest du laufen, dann lief ich neben deinem Rad her, zuletzt fuhren wir mit meinem Auto. Ich hatte die Macht, dir all diese Dinge zu ermöglichen, ich konnte dir soviel beibringen. Die Welt wolltest du erkunden, dabei wusste ich nie, ob du je zu mir zurückfinden würdest. Dieses Gefühl der Ohnmacht hat mich die ganze Zeit begleitet. Ich konnte dich lehren zu laufen, aber deinen Lauf nie bestimmen, am Ende musstest du deinen Weg immer alleine gehen. Deine Kinderschuhe schaukeln noch immer leicht im Fahrtwind, der durch das geöffnete Fenster weht. Gerade haben wir dich beerdigt. Auf dieser Welt werden wir uns nie wieder sehen. Aber wenn ich in diesem Auto sitze, habe ich das Gefühl, dir nahe zu sein, dann weiß ich wir werden uns wiedersehen. Irgendwie. irgendwo. Nun muss ich den ersten Schritt auf dich zugehen.